Hattrick für Müller bei Gunten-Schwanden

Die diesjährige Austragung vom BOE Bergrennen Gunten-Schwanden konnte mit über 50 Rennfahrerinnen und Rennfahrern den seit 3 Jahren anhaltenden Teilnehmerzuwachs erneut übertreffen. Ebenso zum dritten Mal in Folge erzielte der Basler Emanuel Müller den Tagessieg.

Emanuel Müller liegt bereits kurz nach dem Start in Führung

Was genau den Erfolg des zur BOE-Strassenmeisterschaft (Berner Oberland – Emmental) zählenden Bergklassikers ausmacht, ist nicht eindeutig auszumachen: unkompliziertes Anmeldeverfahren, kurze Anfahrtswege, atemberaubende Kulisse mit Thunersee und Alpenpanorama im Hintergrund, köstliche Nussgipfel als Belohnung für die Bestklassierten – vermutlich sind alle diese Faktoren ein bisschen „mitschuldig“, dass das bis vor fünf Jahren unter dem Namen Oberhofen-Schwanden bekannte Bergrennen bereits seit Jahrzehnten fester Bestandteil vom regionalen Radkalender ist.

Nun zum Sportlichen. Auch auf diesem Tablett wurden uns am Samstag wiederum einige Leckerbissen serviert. Der zurzeit wohl stärkste nichtprofessionelle Bergfahrer der Schweiz, Emanuel Müller (VC Peloton Veloemotion.ch), setzte sich schon kurz nach dem Start, in der steilen Rampe hoch zum Bellevue-Cher, vom Rest des Feldes ab und siegte in einer neuen persönlichen Bestzeit von 20 Minuten und 17 Sekunden vor Fabio Spena (Bigfriends.ch) und Micah Gross (RSC Aaretal Münsingen). Laut einem verbreiteten Netzwerk zum internetbasierten Tracking sportlicher Aktivitäten war der Basler 2017 zwar noch 5 Sekunden schneller, damals betrug die (handgestoppte) Zeit auf der Rangliste jedoch 20:26. Nichtsdestotrotz musste Müller diesmal insbesondere auf der zweiten Streckenhälfte besonders stark leiden. Nach dem Rennen gab er zu Protokoll, dass sich der Schlussteil für ihn überraschenderweise länger hinweggezogen hatte war als erwartet.

Nur so nebenbei erwähnt: Bei der diesjährigen Austragung reihten sich insgesamt zwei Fahrerinnen und fünf Fahrer in den Top Ten des Segments „Schwanden, von Gunten via Sigriswil & Tschingel“ auf der oben erwähnten Plattform ein. Und noch etwas zur sportlichen Breite. Fünf Fahrer erreichten das Ziel bei der Säge in Schwanden in unter 22 Minuten, 10 Fahrer in unter 23 Minuten und gar 29 in unter 25 Minuten, so ein ausgeglichenes Feld hatten wir noch nie am Start.

Das Verfolgerfeld zur Rennmitte noch geschlossen beisammen

Im Gegensatz zu früheren Austragungen konnte heuer die „alte Ordnung“ wieder hergestellt werden. Damit ist die wilde Durchmischung von Hobbyfahrern und Lizenzierten Rennfahrern auf der Rangliste gemeint. In diesem Jahr belegen ausschliesslich Fahrer der Kategorie Elite/Amateure/U23/Masters die acht ersten Plätze. Auf Platz neun und zehn folgen mit Christoph Friedli und Patrik Riedi die ersten beiden Hobby-A-Fahrer. Lorenz Ryffel bildet die Ausnahme von der Regel, als erster der Kategorie Hobby C ist er um 46 Sekunden schneller als Stefan Friedli, seines Zeichens Sieger bei den jüngeren Hobby B.

Videoclip by Monique Dufaux

Aus lokaler Sicht erfreulich ist der Sieg vom VCO-Nachwuchsfahrer Colin Kropf bei den Jüngsten (U17). In extremis bezwang er Jan Hirsiger auf den letzten Metern vor dem Zielstrich und hat sich somit in eine vorteilhafte Ausgangslage gebracht, um am letzten Meisterschaftslauf (Brienz-Axalp) gleich noch die Gesamtwertung für sich zu entscheiden.

Fotogalerie
Rangliste Gunten-Schwanden 2019

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