Clubtour 2018

Oberalp, Lukmanier, Gotthard = Aktive Erholung?

 

Beat Neuenschwander, Andermatt

Regenschutz, Stulpen, Schuhüberzüge und wärmende Salben durften getrost zu Hause bleiben.
Womit das Thema Wetter bereits behandelt wäre, denn ausser über die Hitze konnte sich diesmal
wirklich niemand übers Wetter beklagen. Für die heurige Fahrt über verschiedene Alpenpässe war
es geradezu ideal.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Töne im Vorfeld der Clubtour sehr leise, niemand wollte (oder
konnte?) sich zu weit aus dem Fenster lehnen. Offenbar sind die Wunden von Sölden noch nicht
ganz überall verheilt. Dazu trug sicher auch die Abwesenheit diverser Protagonisten von der letztjährigen Ausgabe bei, sowie die noch nicht ganz ausgeheilten Sturzfolgen von Matthias. Ebenfalls eher untypisch für den VCO war das fast pünktliche Erscheinen sämtlicher Teilnehmer.

Um zirka halb Acht konnten wir in Oberhofen bereits Richtung Interlaken abfahren. Nach einer kleinen Stärkung am Fusse des Grimselpasses in Innertkirchen erfolgte nun also das erste grosse Hindernis. Wie im Vorbericht schon angekündigt, durfte man gespannt sein, ob der aufstrebende Colin Kropf den Präsi in einer langen Steigung erstmals würde bezwingen können. Oder sollte sogar der Autor des Berichts oder Christoph Kühni als Erster den Kulminationspunkt erreichen?

Die Frage war erstaunlich rasch beantwortet, und an der Reihenfolge sollte sich auch an allen andern Pässen nichts mehr ändern. Colin fuhr allen um die Ohren, ohne jemals den Anschein von Schwäche zu zeigen. Er hat sich im Vergleich zu letztem Jahr nochmals massiv gesteigert, was von den älteren Semestern definitiv nicht behauptet werden kann. Sie werden eben nur noch älter und grauer, aber nicht mehr schneller.

Nach einigen (üblichen) Diskussionen ums Mittagessen fuhren wir mit Bananen, Biberli und Riegel gestopften Mägen weiter über den Furkapass. Wichtigste Utensilien bei dieser Affenhitze waren nun volle Bidons und gut eingeschmierte Sonnencreme. Böse Zungen behaupteten, dass Chrigu den zweiten Platz nur dank der Ampel bei einer Baustelle gegen Möschtu verteidigen konnte. Aber es ist wie es ist, heute verliert man, morgen gewinnen die Anderen….

Auf der Passhöhe genossen die meisten ihr erstes Bier (natürlich alkoholfrei), und andere die Aussicht auf weibliche Rundungen und was es sonst noch so zu bestaunen gibt in der schönen Walliser und Urner Bergwelt.

Unten in Andermatt angekommen, genossen wir die Gastfreundschaft des Hotels Skiklub und gönnten uns noch den einen oder anderen „Regi-Drink“. (VCO-Jargon: Bier) Weil die Ü40-Fraktion deutlich die Mehrheit unter den Teilnehmern stellte, folgten noch am Abend einige Diskussionen über das Programm vom Samstag. Dies sah eine Tour über den Oberalp nach Disentis, weiter über den Lukmanier nach Biasca und über die berühmte Tremola zurück nach Andermatt vor. Der Präsi schwadronierte etwas von aktiver Erhohlung, strenger Arbeit in der Woche vor und nach der Clubtour und vom harten und heissen Aufstieg zum Sustenpass am Sonntag. Mätthu hatte die Gedanken wohl noch immer bei den weiblichen Rundungen, Colin wäre am liebsten noch über den Nufenen und Furka gefahren, Sigi fühlte sich nicht hundert Prozent wohl, Christoph Kühni wollte erst nach dem Nachtleben entscheiden, Möschtu wollte unbedingt das erste Mal über den Lukmanier fahren und so weiter. Nur die gemütlichen Mannen um Moritz Trachsel, Erich Mathys, Martin von Allmen, und Adolf Steiner schienen sich sicher, wie ihr Programm aussehen sollte: Mit dem Zug nach Airolo und über die Tremola zurück, oder mit dem Velo über den Gotthard nach Airolo und den gleichen Weg zurück. Eine definitive Entscheidung war aber nicht vor dem Zmorge zu erwarten.

Immerhin konnte sich Christoph Kühni noch während dem Morgenessen für die Variante von Möschtu entscheiden, welche den Verlad von Biasca bis Airolo vorsah wegen der gleissenden Hitze in der Leventina. Nach einigem Zureden vom Vizepräsi hatte sich auch der Präsi durchgerungen zur „Softvariante“ mit „nur“ zweimal Gotthard. Aber Halt! Dieses Jahr scheint Chrigu so richtig labil zu sein. Drei (3!!!) Minuten vor dem geplanten Start änderte er seine Meinung wieder. Wollte er doch nicht weniger Kilometer und Höhenmeter machen als der Chronist? Oder hoffte er auf einen Einbruch von Colin? Dummes Geschwätz wäre ihm jedenfalls sicher gewesen. Als Profi hätte er sich auf die Verbannung in ein Continental-Teams einstellen müssen.

Diesmal war der Eintscheid immerhin endgültig. Zu viert ging es auf diese schöne Runde, zumindest der Lukmanier war für alle eine Premiere. In Biasca stieg sogar Colin freiwillig in den Zug nach Airolo. Die Tremola hoch zum Gotthardpass mit dem Kopfsteinpflaster kann sowohl faszinieren als auch deprimieren. So schön die Strasse und Landschaft auch sein mag, das Gerumpel unter den Rädern macht den Aufstieg nicht leichter.

Am Sonntag stand mit dem Sustenpass nur noch eine grosse Hürde auf dem Programm. Dafür eine Anstrengende für Kopf und Beine. Die Strasse führt lange Zeit der Talseite entlang, und dies fast ohne Schatten. An den Kräfteverhältnissen änderte aber auch der Susten nichts mehr. Die Tour fand in Gunten mit einer Abkühlung im Thunersee ihr gelungenes Ende.

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Ein Gedanke zu „Clubtour 2018

  1. First Lady Antworten

    Hey Möschtu das hesch du super gschribe!! Bi grad live derbi gsi
    Witer so!!!
    Liebi grüess First Lady

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