Clubtour 2021

Wildhüter 1, Parkplatzsuche, Brunnen im Welschland, „scho wieder Sigi“, der gefürchtete Abwesende, Wildhüter 2, Caravane Publicitaire, „d Heufti meh“, Attraktivität der Streckenführung, ein neues Managementteam übernimmt: Das sind die wichtigsten Stichworte der Clubtour 2021.
Es gibt eigentlich nicht viel Spektakuläres zu berichten – falls Sie also noch keine 3000 Jahreskilometer aufweisen können, dann gehen Sie jetzt besser nach draussen, um zu trainieren. Falls Velofahren Ihr einziges Hobby ist und Sie dieses sowieso nicht so gerne ausüben, dürfen Sie gerne weiterlesen.

The Show Must Go On – nach einjährigem Unterbruch endlich wieder eine Clubtour. Verzicht macht bescheiden, und glücklich. So sind an diesem Samstagmorgen, es soll gefühlt einer der heissesten Tage des Jahres werden, an der Tankstelle in Münsingen nur zufriedene Gesichter zu sehen. Alle Teilnehmer scheinen sich den (mehrfach wiederholten) Hinweis des Präsis, dass beim Verpassen der Einfahrt ein Umweg bis Wichtrach in Kauf genommen werden müsse, zu Herzen genommen zu haben, weshalb die prognostizierten 160 km ins Welschland pünktlich in Angriff genommen werden können.

Die Fahrt bis Avenches verläuft ohne Zwischenfälle, dank beidseitigem Organisationstalent gelingt in Niederwangen sogar die Migration von Christoph K ins Fahrerfeld. In Avenches selber fallen dann einige Misstöne, weil eine erste Pause nicht wie gewohnt auf der Seeseite, sondern bei der wenig attraktiven SPAR-Filiale abgehalten wird. Ein gewisses Restaurant soll vom Wasser weggespült worden sein, Wiederaufbau ungewiss. Sigi und MvA haben, wer hätte es gedacht, nicht auf die anderen fünf gewartet und ihre Fahrt zum Mittagsrast in Yvonand bereits unter die Räder genommen. Immerhin werden sich die beiden auf dem Abschnitt nach Estavayer zumindest Zeit nehmen, und den Wildhüter über zwei totgefahrene Rehe informieren. Ein unschönes Bild, welches leider zum Strassenverkehr gehört und sich auch dem nachfolgenden Fahrerfeld noch präsentieren wird.

In Yvonand ist die Gruppe endlich komplett. Nach einigen Extrarunden findet auch der Begleittross mit der Famile D einen Parkplatz und zu den noch freien Sitzplätzen am grossen Esstisch. Mit dem Restaurant Le Colvert, direkt am Neuenburgersee gelegen, hat sich das Organisationskomitee für einmal einen ungewohnt schönen Ort ausgesucht. Umso schwerer fällt uns die Weiterfahrt mit vollen Mägen. Bei mörderischer Nachmittagshitze am vermutlich heissesten Tag des Jahres (eines in dieser Hinsicht ansonsten wenig überzeugenden Sommers) bewegen wir uns zaghaft durch das Waadtländer Hinterland und durchqueren dabei Orte wie Chavornay, La Sarraz oder Cossonay. Das eine oder andere Mal wird die Streckenführung durch eine „Ecke“ unnötig verlängert, wie Sigi lapidar kommentiert. Und der Presi merkt an, dass es doch gut sei, dass es in jedem welschen Dorf einen schönen Brunnen gebe und setzt sich zur optimalen Abkühlung gleich mitten rein in einen solchen.

Eine willkommene Abkühlung

Der Nachmittag rückt voran, und Bière, bei Wehrpflichtigen bekannt wegen seinem Artillerie- und Infanterie-Waffenplatz, rückt näher. Für das gleichnamige Getränk ist es aber noch zu früh, denn bald wollen 717 Höhenmeter auf einer Länge von 9.6 Kilometern überwunden werden (Quelle: quaeldich.de). Auch Sigi hat noch keine goldene Flüssigkeit getrunken, obschon er mit einem spektakulären Überschlag in der Böschung landet. Corpus Delicti ist ein Ast, welcher sich passgenau in seine Vorderbremse gebohrt hat. Eine Reproduktion dieses Ereignisses wäre kaum möglich. Hatte Sigi einfach Pech (und Glück im Unglück, da kein Schaden entstanden ist) oder müsste diese Strasse regelmässiger gereinigt werden?

Nachstellung unmöglich

Im Anstieg hoch zum Col du Marchairuz kämpft jeder in erster Linie mit sich selber. Und manch einer ist froh, dass Möschtu ihm nicht das Leben noch zusätzlich schwerer macht. Ist letzterer doch dafür bekannt, mit wenigen Velokilometern und ungebräunten Beinen besser Trainierten den Garaus zu machen.
Kaum sind die ersten beiden Fahrer oben angekommen, erreicht den Begleittross einen Hilferuf, worauf dieser umgehend ausrückt. Später stellt sich heraus, dass es sich bei einem im Gras liegenden Lebewesen nicht um ein angefahrenes Reh, sondern um einen VCOler handelt, welcher nach einer kurzen Überhitzung bald wieder auf dem Sattel sitzt und seine Fahrt zum Tagesziel unbeirrt fortsetzt.

Alle waren froh, dieses Schild zu erblicken
Auch der spätere Träger des Grünen Trikots kann den Kontrollschluss einhalten

Die Krönung des Tages folgt nach dem Abendessen. Familie D inszeniert eine kleine Werbeveranstaltung mit Fan Artikeln gefolgt von einer offiziellen Siegerehrung, die Tour-Verantwortlichen würden wohl vor Neid erblassen. Geehrt wird schliesslich der Präsident mit dem Rot-gepunkteten Trikot für den stärksten Bergfahrer (!), Christoph K erhält das grüne Trikot als bester Sprinter und die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer. Er soll, zusammen mit der Etappe vom Folgetag, seine Jahreskilometer gleich um die Hälfte gesteigert haben!

Des Menschen bester Freund

Am Sonntag begrüsst uns wiederum eine lachende Sonne, und den einen oder anderen wohl auch etwas ermüdete Beine. Da heute analog zur Schlussetappe der Tour de France nichts mehr gewonnen, höchstens etwas verloren werden kann, hält sich die Motivation, zumindest beim Webmaster, in Grenzen. Der Vizepräsident bringt es auf den Punkt: „Ä Länge nacheme Länge afa am Morge schi*** ah“ (Übersetzung: eine lange Radausfahrt am Morgen beginnen, nachdem man am Vortag bereits eine lange Ausfahrt absolviert hat, bereitet keinen Spass).

Kurz vor dem Start schmerzt es noch nicht, jedenfalls nicht in den Beinen

Die sehr ähnliche Streckenführung im Vergleich zum Vortag sorgt nun zeitweise für Gesprächsstoff. Dank Rückenwind und den Rollerqualitäten von Uwe gestaltet sich die Fahrt nach Avenches dann aber kurzweiliger, als vorerst befürchtet wurde. Schade für Sigi und MvA, in der kurzen Pause bei Cheyres früher losgefahren zu sein. In Estavayer schlagen sie einen Umweg ein und haben bald das Nachsehen, da sie sich nun nicht hinten rein in den Schnellzug der anderen fünf setzen können..

Finden Sie den Unterschied zwischen Etappe 1 (unten) und Etappe 2 (oben)

In Avenches geht der offizielle Teil der diesjährigen Clubtour zu Ende. Jene, welche noch nicht genug haben, werden später bis Bern, Worb oder Allmendingen b. Bern weiter pedalen.
Nach der Tour ist bekannterweise vor der Tour. Beim gemütliche Essen (jetzt sitzend im Restaurant anstatt stehend vor dem SPAR) stossen grosse Pläne auf einen guten Nährboden. So soll bald ein neues Managementteam gegründet werden, um die Clubtour zukünftig noch stärker zu professionalisieren. Gesprochen wird von einem Land und einem Berg, welche weltweit in der Popularitätsliste vieler Radbegeisterter ganz oben stehen. Wir halten Sie natürlich auf diesem Kanal auf dem Laufenden.

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