Chur-Thun

Fleissige Leserinnen dieser Seite erinnern sich vielleicht: bereits am 6. August 2011 bewegten sich einige Mitglieder dieses Clubs auf den Strassen zwischen Chur und Thun. Damals jedoch in umgekehrter Richtung und genauer gesagt von ihrem Wohnort aus bis Chur (was auch bei der aktuellen Austragung nicht anders war). Diesmal wieder dabei der Präsi (PP) und der Schreibende (WM). Der Vizepräsi (P) komplettierte das Trio (musste er 2011 beim Zügeln helfen oder war er auf ein Geburtstagsfest eingeladen?).

Dank den in der Zwischenzeit eingeführten Sparbillette der SBB konnte der Präsi von seinen beiden Mitfahrern im letzten Moment doch noch davon überzeugt werden, in den früheren Zug, Abfahrt 06:02 ab Bern, einzusteigen. Durch diesen Umstand erhöhte sich die Chance, auch bei einem nicht so effizienten Tagesablauf am Abend zu den jeweiligen Festanlässen (es war der 1. August) pünktlich zu erscheinen (Pünktlich = 18:30 in Merligen). Das Thema Effizienz wurde an diesem Tag noch mehrmals thematisiert, nicht zuletzt, weil ein dem Club nahestehender Sportler (2011 unter dem Pseudonym Voeckler gestartet) dieses Mass in seinem Alltag fest verankert hat.

Nach dem Dichtestress dem Zürichsee entlang (zumindest für das Auge) kamen wir pünktlich um 08:22 in Chur an. Dort nahmen wir es mit der lieben Effizienz schon mal nicht so genau: Die Erledigung des kleinen Geschäfts in sequenzieller Folge kostete uns gleich zu Beginn 12 Minuten, dabei hätte dies doch auch schon im Zug erledigt werden können.. Immerhin gelingt es uns daraufhin, Chur ohne GPS-Navigation in die richtige Richtung zu verlassen, ohne die beiden Hochhäuser nach einer halben Stunde Fahrzeit immer noch zu sehen.

Die Rheinschlucht bei Bonaduz

Effizient gestaltete sich die lange Fahrt durch das Vorderrheintal bis ans Ende (oder den Anfang), dem Oberalppass, wurde sie doch lediglich von einer mittleren Pause unterbrochen. Folglich konnte bereits um 12:45 im Restaurant Alpsu eine währschafte Bündner Gerstensuppe bestellt werden, welche bald darauf auch schon serviert wurde. Noch etwas zur Fahrt auf den Oberalppass: Einmal mehr stellte sich die Theorie unter Beweis, dass Velofahren eine Kopfsache ist. 20 Meter vor der Ortstafel Oberalppass liess der Präsi seine Beine unvermittelt hängen, nachdem er zuvor während einem Kilometer den Webmaster fast zur Verzweiflung gebracht hatte, und überliess Letzterem kampffrei die Vorfahrt.

Auf der Fahrt durch das langgezogene Vorderrheintal

Der Aufstieg hoch zum zweiten grossen Hindernis des Tages, dem Sustenpass, offenbarte sich als die erwartete Schinderei. Durch das ganze Meiental hindurch von Wassen bis auf die Passhöhe begleitete uns der nervtötende Lärm hunderter Motorräder (man hätte meinen können, es wäre die erste und letzte Möglichkeit gewesen, 2019 einen Alpenpass zu überqueren), deren Besitzer am heutigen Tag besonders gereizt waren und entsprechend ausgiebig vom akustischen Warnsignal Gebrauch machten (um vor sich selber zu warnen?). Nun, bei Temperaturen von um die 30 Grad Celsius (sogar noch auf 2000 m ü. M.) in einem schwarzen Lederkombi zu stecken, das kann verständlicherweise schon mal für überhitzte Gemüter sorgen – der Schreibende würde sich dies jedenfalls nicht freiwillig antun wollen.

So berüchtigt der Aufstieg über die Ostrampe von Wassen her, so unumstritten ist unter Kennern die Tatsache, dass die Abfahrt über die Westflanke auch nicht „gratis“ ist. Ab Gadmen erwarten einen einige Flachstücke mit starkem Gegenwind, auf denen der Plus- oder heutzutage Wattmesser oftmals höher ansteigt als im Aufstieg.

Schliesslich waren wir den ganzen Tag über so effizient unterwegs, dass in Innertkirchen noch reichlich Zeit vorhanden war, um den schon fast obligatorischen Verpflegungsstopp bei Urweider einzulegen (Gilt eigentlich pausieren als eine effiziente Tätigkeit?). Nun, hier drehte sich das Thema plötzlich hin zur Effektivität (zur Erinnerung: Effizienz = die Dinge richtig tun, Effektivität = die richtigen Dinge tun). Ist Velofahren ein sinnvolles Hobby und somit eine effektive Tätigkeit? Die Runde war sich zumindest einig, dass es sinnvoller ist als Motorradfahren. Aber ist es nicht so, dass man sich stundenlang schindet, nur um den kurzen Augenblick des Nachhausekommens intensiver geniessen zu können? Das wäre dann sicher nicht effizient.

Ein zufriedenes Trio auf den letzten Kilometern

Schlussendlich trafen wir einmal mehr mit einem sehr guten Gefühl am Tagesziel ein. Stand Merligen sind das knapp 200 Kilometer in unter 8 Stunden Fahrzeit gewesen. Dank einer effizienten Fahrweise waren wir darüber hinaus sogar pünktlich angekommen, die Uhr zeigte eine 18:2x Zeit an.

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